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17. April 2024
ENVIRONMENTAL PROTECTION GLOBAL CLIMATE GOOD NEWS

Sümpfe als Klimaretter: Irland speichert Tonnen CO₂ durch 33.000 Hektar neue Moore

Irland forstet seine Sümpfe und Moore wieder auf, um den Klimawandel zu bekämpfen. Obwohl Sumpfgebiete nur drei Prozent der Erde bedecken, speichern sie 25 Prozent des weltweiten CO2. Bisher wurden rund 8100 Hektar der „grünen Insel“ mit Wasser überschwemmt. Durch die „Bewässerung“ sollen optimale Bedingungen für neue Torfflächen geschaffen werden. Experten gehen davon aus, dass durch das Projekt „Renaturierung“ enorme Mengen klimaschädlicher Treibhausgase gespeichert werden.

Moore gelten als das Ökosystem mit dem größten Speicherpotenzial für CO₂. Wenn eine Pflanze stirbt, wird das darin gespeicherte CO₂ nicht in die Luft, sondern ins Wasser oder beim Verrotten in den Sumpfboden abgegeben. Moore und Marschen sind also wahre Klimaschützer! Bäume speichern CO₂ und geben Sauerstoff ab Dieser Vorgang wird Photosynthese genannt. Wenn Bäume sterben und verfaulen, geben sie das verbleibende CO₂ an die Umwelt ab, insbesondere an die Luft. Fällt ein Baum jedoch in einen Sumpf, wird das CO₂ nicht in die Luft abgegeben, sondern im Wasser und Boden gespeichert. Trocknet der Sumpf und damit auch das CO₂-haltige Gemisch aus, entsteht Torf. Über Jahrtausende entsteht daraus ein bekannter Rohstoff: Kohle!

Irland forstet Sümpfe und Torfmoore wieder auf, um den Klimawandel zu bekämpfen

Bis zur industriellen Revolution war fast ein Fünftel Irlands mit Torfmooren bedeckt. Von den 1850er Jahren bis heute haben Menschen große Teile der irischen Natur zerstört – also neben Marschland auch unzählige Wälder. Das teilstaatliche Unternehmen „Bord na Móna“ will die Natur wiederbeleben und Irland zur grünen Lunge Europas im Kampf gegen den Klimawandel machen. Aus diesem Grund füllen sie in den nächsten Jahren 33.000 Hektar Schwemmland mit Wasser. Sie wollen auch einheimische Pflanzen- und Tierarten wiederansiedeln, die im Laufe der Jahre vertrieben oder ausgerottet wurden. Derzeit ist knapp ein Viertel, also 8125 Hektar, „wiederaufgeforstet“.

Wie Irlands Sumpfgebiete zerstört und wieder aufgebaut wurden

Der Grund für den schlechten Zustand der irischen Moore ist historischer Natur. Die Tradition des „Torfstechens“ wird seit Generationen bewahrt und weitergeführt. Der getrocknete Torf ist ein guter Brennstoff. Für die Wirtschaft war der Torf vor allem während der Industrialisierung sehr gefragt, da er überall auf der Insel zu finden war und daher sehr günstig war. Torf wurde in Irland auch zum Heizen der Häuser verwendet.

Ein weiterer Grund für die großflächige Entwässerung der irischen Torfmoore ist die Landwirtschaft. Während der industriellen Revolution entwickelte Irland nicht nur Eisenbahnen und Städte, sondern auch die Landwirtschaft in großem Umfang. Für den Nahrungsmittelanbau wurden große Sumpfgebiete zerstört.

Schon zu Beginn der Industrialisierung war die Zerstörung der Sümpfe im Gange: Ende des 19. Jahrhunderts war Irland stärker industrialisiert als ganz Österreich-Ungarn oder Spanien, zwei flächenmäßig deutlich größere Länder Bevölkerung. Das teilweise staatliche irische Unternehmen „Bord na Móna“ und andere wollen nun der Umweltzerstörung den Kampf ansagen und die „grüne Insel“ ihrem Namen wieder gerecht machen.

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