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Wie ist der Kolonialismus entstanden?

Wie ist der Kolonialismus entstanden?

Der Kolonialismus ist eine Form der Herrschaft, bei der ein Land oder eine Gruppe von Ländern ein anderes Land oder Gebiet unter ihre Kontrolle bringt. Diese Kontrolle kann sowohl politisch als auch wirtschaftlich und kulturell ausgeübt werden.

Die Geschichte des Kolonialismus reicht bis in die Antike zurück, als die Griechen und Römer ihre Nachbarn eroberten und unter ihre Herrschaft brachten. Der neuzeitliche Kolonialismus hingegen begann im 15. Jahrhundert mit den Entdeckungsreisen der Portugiesen und Spanier.

Ursachen des Kolonialismus

Es gibt verschiedene Gründe, warum der Kolonialismus entstand. Dazu gehören:

  • Wirtschaftliche Interessen: Die europäischen Kolonialmächte waren auf der Suche nach neuen Märkten für ihre Waren und nach Rohstoffen, die sie in ihren eigenen Ländern nicht finden konnten.
  • Religiöse Motive: Viele Kolonialisten glaubten, dass sie eine christliche Mission zu erfüllen hatten und die “Wilden” in Afrika, Asien und Amerika bekehren mussten.
  • Politische Gründe: Der Kolonialismus war auch ein Mittel, um die Macht und den Einfluss der europäischen Staaten zu vergrößern.

Formen des Kolonialismus

Es gibt verschiedene Formen des Kolonialismus. Die häufigste Form ist die direkte Kolonialisierung, bei der das kolonialisierte Land direkt von der Muttermacht regiert wird. Eine andere Form ist die indirekte Kolonialisierung, bei der die Muttermacht nur indirekte Kontrolle über das kolonialisierte Land ausübt. In diesem Fall herrscht meist ein einheimischer Herrscher, der aber von der Muttermacht abhängig ist.

Folgen des Kolonialismus

Der Kolonialismus hatte weitreichende Folgen für die betroffenen Länder und Völker. Dazu gehören:

  • Verlust von Unabhängigkeit: Die kolonialisierten Länder verloren ihre politische Unabhängigkeit und wurden von den Kolonialmächten unterdrückt.
  • Wirtschaftliche Ausbeutung: Die Kolonialmächte nutzten die Ressourcen der kolonialisierten Länder aus, um ihren eigenen Wohlstand zu steigern.
  • Kulturelle Aneignung: Die Kolonialmächte versuchten, die Kultur der kolonialisierten Länder zu unterdrücken und ihre eigene Kultur zu verbreiten.

Ende des Kolonialismus

Der Kolonialismus endete im 20. Jahrhundert. In den 1950er und 1960er Jahren erlangten viele kolonialisierte Länder ihre Unabhängigkeit.

Fazit

Der Kolonialismus war ein komplexes Phänomen mit weitreichenden Folgen. Er hinterließ ein Erbe, das bis heute spürbar ist.

Das Erbe des Kolonialismus ist in der heutigen Zeit noch in vielerlei Hinsicht spürbar. Es manifestiert sich in politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen.

Politisch ist das Erbe des Kolonialismus noch in den Grenzen und Staatsstrukturen vieler ehemaliger Kolonien sichtbar. So sind viele Länder in Afrika und Asien noch heute in Grenzen gegliedert, die von den Kolonialmächten gezogen wurden. Dies führt oft zu Konflikten und Ungleichgewichten.

Wirtschaftlich ist das Erbe des Kolonialismus noch in der wirtschaftlichen Abhängigkeit vieler ehemaliger Kolonien von den ehemaligen Kolonialmächten sichtbar. So sind viele Länder in Afrika und Asien noch heute auf den Export von Rohstoffen angewiesen, die von den ehemaligen Kolonialmächten zu niedrigen Preisen abgekauft werden.

Sozial ist das Erbe des Kolonialismus noch in den Ungleichheiten zwischen den ehemaligen Kolonialmächten und den ehemaligen Kolonien sichtbar. So weisen viele ehemalige Kolonien eine geringere Lebenserwartung, eine höhere Kindersterblichkeit und einen niedrigeren Bildungsstand auf als die ehemaligen Kolonialmächte.

Kulturell ist das Erbe des Kolonialismus noch in den Stereotypen und Vorurteilen gegenüber Menschen aus ehemaligen Kolonien sichtbar. So werden Menschen aus ehemaligen Kolonien oft als minderwertig oder primitiv wahrgenommen.

Konkrete Beispiele für das Erbe des Kolonialismus

Hier sind einige konkrete Beispiele für das Erbe des Kolonialismus:

  • Die Grenzen vieler ehemaliger Kolonien wurden von den Kolonialmächten gezogen, ohne Rücksicht auf ethnische oder kulturelle Grenzen. Dies führt oft zu Konflikten und Ungleichgewichten.
  • Viele ehemalige Kolonien sind noch heute auf den Export von Rohstoffen angewiesen, die von den ehemaligen Kolonialmächten zu niedrigen Preisen abgekauft werden. Dies führt zu einer wirtschaftlichen Abhängigkeit und zu einer geringen Wertschätzung der eigenen Ressourcen.
  • Viele ehemalige Kolonien weisen eine geringere Lebenserwartung, eine höhere Kindersterblichkeit und einen niedrigeren Bildungsstand auf als die ehemaligen Kolonialmächte. Dies ist eine Folge der wirtschaftlichen Ausbeutung und der kulturellen Unterdrückung während der Kolonialzeit.
  • Menschen aus ehemaligen Kolonien werden oft als minderwertig oder primitiv wahrgenommen. Dies ist eine Folge des kolonialen Rassismus und der eurozentrischen Sichtweise.

Aufarbeitung des kolonialen Erbes

Die Aufarbeitung des kolonialen Erbes ist ein wichtiger Schritt zur Überwindung der Folgen des Kolonialismus. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kolonialismus, die Anerkennung der Opfer und die Entwicklung von Strategien zur Bewältigung der Folgen.

In Deutschland ist die Aufarbeitung des kolonialen Erbes in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. So wurden beispielsweise die Benin-Bronzen, die im 19. Jahrhundert von deutschen Truppen aus dem heutigen Nigeria geraubt worden waren, 2022 an Nigeria zurückgegeben.

Die Aufarbeitung des kolonialen Erbes ist ein komplexer und langwieriger Prozess. Sie ist jedoch unerlässlich, um die Folgen des Kolonialismus zu überwinden und eine gerechtere und gleichberechtigtere Gesellschaft zu schaffen.

Idee und Anregung: D. Stein, Autor: G. Bard

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