Karnismus

Begriffserklärung

Der Begriff Karnismus (aus dem Englischen: carnism) wurde von der US-amerikanischen Sozialpsychologin Dr. Melanie Joy im Rahmen ihrer Doktorarbeit geprägt und mit ihrem Buch „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Wofür steht Karnismus?

Karnismus bezeichnet das unsichtbare Glaubenssystem, das Menschen darauf konditioniert, bestimmte Tierarten zu essen. Der Begriff wurde von der US-amerikanischen Sozialpsychologin Dr. Melanie Joy geprägt. Karnismus ist eine weit verbreitete Ideologie, die unsichtbar ist und alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens betrifft. Von klein auf wird sie von uns verinnerlicht und beeinflusst somit unser Denken und Fühlen. Und Karnismus ist eine unterdrückerische Ideologie, in der eine mächtige, privilegierte Gruppe (Menschen) eine andere Gruppe (sogenannte „Nutztiere“) zu ihren Zwecken benutzt.

Warum ist Karnismus eine Ideologie?

Die meisten Menschen glauben nicht, dass das Essen von Tieren auf eine Ideologie zurückzuführen ist. Dies schlägt sich auch in unserem Sprachgebrauch nieder. Vegetarier und Veganer werden nicht einfach als „Pflanzenesser“ bezeichnet, weil klar ist, dass es nicht nur um das geht, was sie essen, sondern um ein Wertesystem, das ihrer Ernährungsweise zugrunde liegt. Menschen, die Tiere essen, werden hingegen als „Fleisch- oder Allesesser“ bezeichnet, ganz so, als handele es sich hierbei einfach um eine biologische Tatsache. Tiere zu essen ist aber nicht überlebensnotwendig. Das heißt, wir müssen keine Tiere essen, sondern wir können uns dafür oder dagegen entscheiden, ob wir dies tun. Entscheidungen aber gründen immer auf Überzeugungen und auch unserer Entscheidung, Tiere zu essen – und zwar nur bestimmte Tiere -, liegen Überzeugungen zugrunde. Die Gesamtheit dieser Überzeugungen bildet die Ideologie Karnismus.

Quelle: vebu-proveg international https://vebu.de/

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